| Auch wenn diesem Film zum Finale hin die intelligenten Ideen ausgehen mögen, um dann doch in einem typischen, explosiven Showdown zu enden, ist Verhandlungssache ein Thriller, der sich formal und dank seiner überragenden Hauptdarsteller Samuel L. Jackson (Pulp Fiction) und Kevin Spacey (Oscarpreisträger für American Beauty) aus dem Feld ähnlicher Produktionen hervorhebt. Beide spielen Unterhändler der Chicagoer Polizei, die immer dann gerufen werden, wenn mit Geiselnehmern verhandelt werden muss. Eines Tages wird Jacksons Charakter allerdings selbst eines Verbrechens beschuldigt. Er soll Gelder aus einem Pensions-Fond unterschlagen haben. In seiner Verzweiflung wird er zu einer extremen Tat genötigt, um seine Unschuld zu beweisen: Er nimmt ausgerechnet im Hauptquartier der Polizei Geiseln und verlangt, mit Spacey zu verhandeln. Sein Plan: Er weiß, dass dieser die Fähigkeit besitzt, sich in seine Gedanken einzuarbeiten und zwischen Lügen und Wahrheit zu unterscheiden. Er will Spacey nun dazu bringen, ihn von seiner Unschuld zu überzeugen, in der Hoffnung, dass dieser der Verschwörung, die ihn eines Verbrechens beschuldigt, das er nicht begangen hat, entlarvt. Als sich der Fall zu einem Medienereignis aufschaukelt, entwickelt sich die Geiselnahme zu einem Himmelfahrtskommando. Regisseur F. Gary Gray (Set It Off) hat mit der Umsetzung des Drehbuchs, das sich nicht immer zwischen Psychoduell und Action entscheiden kann, seine Probleme. Er besitzt jedoch ein unglaubliches Talent dafür, Spannung aufzubauen und Schauspieler zu führen, wozu neben Spacey und Jackson gute Nebendarsteller wie Paul Giamatti als eine von Jacksons Geiseln und JT Walsh gehören, für den Verhandlungssache die letzte Rolle vor seinem plötzlichen Tod gewesen ist. Alles in allem hätte der Film den Figuren sogar noch etwas mehr Platz für die Entwicklung ihrer Charaktere gewähren sollen. Es ist jedoch ohne Zweifel ein Film, der es versteht, zwei großartigen Schauspielern die Chance zu geben, ihre Talente voll ausspielen zu dürfen. --Jeff Shannon |